| Gesundheitsberichterstattung

Neue Plattform für Gesundheitsberichterstattung schafft zentrale Datengrundlage für zielgerichtetes Handeln und fundierte Entscheidungen im Gesundheitswesen

Männer erkranken doppelt so häufig an Typ-2-Diabetes wie Frauen. Muskel-Skelett-Erkrankungen führen in der zweiten Hälfte des Arbeitslebens zu den meisten Reha-Maßnahmen und 2024 wurden nur noch acht Feinstaubüberschreitungen gemessen. Diese und viele weitere Ergebnisse sind im neuen Internetangebot zur rheinland-pfälzischen Gesundheitsberichterstattung (GBE) zu finden. „Mit dem neuen Angebot zur Gesundheitsberichterstattung schaffen wir eine verlässliche und zentrale Grundlage, um die gesundheitliche Situation und Versorgung der Bevölkerung besser zu verstehen. Zahlen, Daten und Fakten werden gebündelt, systematisch aufbereitet und verständlich zugänglich gemacht. Damit schaffen wir mehr Transparenz und eine solide empirische Grundlage für zielgerichtetes Handeln und fundierte Entscheidungen im Gesundheitswesen“, sagt Clemens Hoch, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit.

Das vom Gesundheitsministerium gemeinsam mit dem Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz entwickelte Basisangebot der Gesundheitsberichterstattung umfasst Informationen in Form von Dashboards, Tabellen und Texten zu den Themenclustern Demografie, Gesundheitszustand, Umwelt, Einrichtungen des Gesundheitswesens, Leistungen sowie Gesundheitspersonal. „Unsere neue Datenplattform MATS ist das ideale Instrument, um eine Vielzahl von Fakten auf einfache Weise zugänglich zu machen“, erklärt Marco Ludwig, Präsident des Statistischen Landesamtes. „MATS bietet neben intuitiv zu erfassenden Visualisierungen flexible und individuelle Auswertungsmöglichkeiten. Ich freue mich, dass das System bei diesem wichtigen Thema zum Tragen kam.“

Die neu gestaltete Gesundheitsberichterstattung des Landes gibt Aufschluss über den Gesundheitszustand der rheinland-pfälzischen Bevölkerung, die Inanspruchnahme von Leistungen und die Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen. Sie dient damit als bedeutsame Grundlage für die kommunale und landesbezogene Gesundheitsplanung. So sind regionale, zeitbezogene und fachspezifische Filterungen, wie beispielsweise nach Kreisen, Messstationen, Altersgruppen, Berichtsjahren oder Diagnosen, möglich. Das Angebot der Gesundheitsberichterstattung soll kontinuierlich um weitere Indikatoren, Dashboards und Darstellungsmöglichkeiten erweitert werden. 

Ausgewählte Ergebnisse in der neuen Gesundheitsberichterstattung

Geschlechterunterschiede bei Diabetes und Lebererkrankungen: Im Jahr 2024 wurden aufgrund einer Diabetes-mellitus-Diagnose (ICD E10-E14) fast doppelt so viele Männer (62 Prozent) wie Frauen (38 Prozent) stationär behandelt. Ein ähnlich deutliches Geschlechterverhältnis zeigte sich bei Lebererkrankungen (ICD K70-77): Hier entfielen 61 Prozent der stationären Behandlungen auf Männer und 39 Prozent auf Frauen. 

Unterschiedliche Reha-Leistungen für Jung und Alt: Bei der Inanspruchnahme von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung ist das Alter der Leistungsberechtigten ein maßgeblicher Faktor: In der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen bildeten Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems den Hauptgrund für Rehabilitationsmaßnahmen. Bei jüngeren Teilnehmenden dominierten hingegen psychische Problemen und Verhaltensstörungen, wohingegen bei Personen ab 65 Jahren Neubildungen von Tumoren ausschlaggebend waren.

Hohe Impfquoten unter Vorschulkindern: Unter den Vorschulkindern wurden 2023 hohe Niveaus der Grundimmunisierung mit knapp 90 Prozent bei Hepatitis B bis etwa 98 Prozent bei Mumps, Masern und Röteln (MMR) erreicht. Im Vergleich zum vorpandemischen Jahr 2019 zeigen sich auseinanderlaufende Entwicklungen: Während die Impfquote für MMR durchschnittlich um 3,5 Prozentpunkte anstieg, sank die Quote für die Sechsfach-Impfung, die eine Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und Hepatitis B umfasst, um bis zu 5,1 Prozentpunkte – ein Rückgang, der möglicherweise auf eine pandemiebedingte Impfzurückhaltung zurückzuführen ist. 

Wenige Grenzwertüberschreitungen bei der Luftqualität: Die Daten der landesweiten Messstationen zeigen einen rückläufigen und damit positiven Trend bei den gesundheitsrelevanten Grenzwertüberschreitungen von Stickstoffdioxid und Feinstaub (PM₁₀). Im Hinblick auf Stickstoffdioxid wurden seit 2019 keine Überschreitungen mehr verzeichnet. Die Zahl der Überschreitungen der Feinstaub-Grenzwerte sank nach einem Spitzenwert von 180 im Jahr 2017 kontinuierlich; im Jahr 2024 wurden nur noch acht Fälle gezählt. Hinsichtlich Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid wurden im betrachteten Zeitraum keine gesundheitsrelevanten Grenzwerte überschritten. 

Weitere Ergebnisse, Daten, Statistiken, Tabellen und interaktive Visualisierungen sind auf der Internetseite der Gesundheitsberichterstattung www.gbe.rlp.de verfügbar. Das Angebot wird in den kommenden Jahren sukzessive ausgebaut und erweitert.

Kontakt Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz:

Jürgen Hammerl, Pressesprecher

pressestelle(at)statistik.rlp.de

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