Ministerpräsident Gordon Schnieder betont die Bedeutung der Partnerschaft: „Internationale Zusammenarbeit lebt davon, dass Menschen miteinander in Kontakt kommen, voneinander lernen und gemeinsam Perspektiven entwickeln. Mit Ruanda verbindet Rheinland-Pfalz eine langjährige und enge Partnerschaft. Wissenschaft und Bildung sind dabei wichtige Brücken. Wenn junge Menschen von Ruanda aus das rheinland-pfälzische Zertifikat absolvieren, wissenschaftliche Erfahrungen sammeln und anschließend ihr Wissen in ihrer Heimat anwenden, entsteht nachhaltiger Austausch. Aus Partnerschaft wird gelebte Zusammenarbeit.“
Wissenschaftsminister Clemens Hoch erklärt, dass die Hochschulen im Land Orte des internationalen Austauschs und der Zusammenarbeit seien. „Das BioMex®-Zertifikatsprogramm zeigt, welchen konkreten Mehrwert solche Partnerschaften schaffen können. Ruandische Studierende erhalten Zugang zu wissenschaftlicher Expertise und modernen Ausbildungsangeboten, während auch unsere Hochschulen und Studierenden vom internationalen Austausch profitieren. Gerade in Zukunftsfeldern wie der Biotechnologie ist es wichtig, Wissen über Grenzen hinweg zu teilen und gemeinsam weiterzuentwickeln.“
Das Zertifikatsprogramm richtet sich vor allem an ruandische Studentinnen und Studenten und ermöglicht eine ergänzende Qualifizierung, sowohl im Rahmen ihres Vollzeitstudiums, als auch nebenberuflich oder berufsbegleitend. Das Programm ist allen internationalen Studentinnen und Studenten möglich. Dabei werden fachliche Inhalte mit praktischen Erfahrungen und internationaler Zusammenarbeit verbunden. Ziel ist es, Kompetenzen aufzubauen, die sowohl für die weitere akademische Laufbahn als auch für die berufliche Entwicklung von Bedeutung sind. Die Kooperation knüpft zugleich an die bestehenden Verbindungen zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda an. Seit vielen Jahren arbeiten Einrichtungen aus beiden Ländern in unterschiedlichen Bereichen zusammen. Mit der stärkeren Einbindung von Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen wird diese Partnerschaft um eine wichtige Zukunftsdimension erweitert.
Maik Lehmann, Professor für Biochemie, Zell- und Mikrobiologie an der Technischen Hochschule Bingen und Initiator und Leiter des BioMex®-Zertifikatsprogramm, beschreibt die bisherige Entwicklung von BioMex und die Bedeutung der Unterstützung durch das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit wie folgt: „Als 2022 die Idee eines internationalen Zertifikatsstudiengangs für ruandische Studierende und Fachkräfte entstand, konnte niemand absehen, wie erfolgreich sich dieses Programm einmal entwickeln würde. Heute ist aus der Idee ein erfolgreiches Bildungsprogramm geworden, welches für die Menschen vor Ort in Ruanda eine große Bedeutung bekommen hat. Dank der Teilnahme am Programm blicken viele junge Menschen mit Dankbarkeit und Hoffnung auf ihre Zukunft. Die Förderung durch das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit eröffnet nun eine ganz konkrete Perspektive, die Ausbildung engagierter junger Menschen in Ruanda auch künftig zu ermöglichen und das Programm damit weiterzuentwickeln.“
Lukas Scheef, Professor für Sportmedizinische Technik an der Hochschule Koblenz und Leiter der BioMex Fachkommission, ergänzt darüber hinaus die Strahlkraft von BioMex für die internationale Zusammenarbeit und auch den Standort Rheinland-Pfalz: „BioMex ist mehr als nur ein Zertifikat. Wer hier Molekularbiologie, Qualitätssicherung oder Zulassungsrecht lernt, kann das Gelernte direkt im eigenen Labor, in der eigenen Behörde oder im eigenen Unternehmen anwenden. So entsteht wissenschaftliche Eigenständigkeit. Und davon hat Europa mehr als von einem Kontinent, der auf Lieferungen wartet. Denn ein Afrika mit eigener Forschung und eigener Produktion ist der Partner, den wir in den kommenden Jahrzehnten brauchen werden.“
Internationale Studierende bereicherten Hochschulen fachlich und kulturell, selbst über die Nutzung von Onlineangeboten, sagt Clemens Hoch: „Gleichzeitig können sie ihre Erfahrungen und ihr Wissen später in ihre Heimatländer einbringen. Der Erfolg des BioMex®-Zertifikatsprogramms spricht für sich und es war uns ein großes Anliegen, weiterhin Studierenden aus Ruanda die Teilnahme am Programm zu ermöglichen. Mit dem BioMex®-Zertifikatsprogramms werde damit ein weiterer Baustein für die internationale Vernetzung des Wissenschaftsstandorts Rheinland-Pfalz geschaffen – und zugleich ein konkreter Beitrag zur Weiterentwicklung der langjährigen Partnerschaft mit Ruanda geleistet.“