„Familien sollen sich überall in Rheinland-Pfalz auf eine gute Geburtshilfe verlassen können. So arbeiten wir daran die Geburtshilfe mit einem klaren Blick auf Qualität, Wahlfreiheit und Versorgungssicherheit stetig weiterzuentwickeln. Umso mehr freut es mich, dass bereits seit dem 1. Juni das Angebot eines hebammengeleiteten Kreißsaals für werdende Eltern auch am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern zur Verfügung steht. Die Einrichtung und Umsetzung eines solchen Angebotes erfordert viel Planung, Abstimmung und Organisation der unterschiedlichsten Akteure, ich danke allen ganz herzlich für ihren engagierten Einsatz“, unterstreicht Dr. Tamara Müller, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit bei der offiziellen Eröffnung des hebammengeleiteten Kreißsaals am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern.
„Für uns als Klinikum bedeutet eine moderne Geburtshilfe, Familien genau die Unterstützung anzubieten, die sie für einen guten Start ins Familienleben benötigen. Der hebammengeleitete Kreißsaal ist ein weiterer wichtiger Baustein für eine moderne und bedarfsgerechte geburtshilfliche Versorgung in Kaiserslautern und der gesamten Region. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt gemeinsam mit unseren Hebammen und allen beteiligten Mitarbeitenden verwirklichen konnten“, so Thorsten Hemmer, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikum.
Jessica Schweitzer, Leitende Hebamme am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern ergänzt: „Die Eröffnungsfeier unseres hebammengeleiteten Kreißsaals war für uns ein ganz besonderer Moment. Wir haben uns sehr gefreut, dieses neue Angebot gemeinsam mit vielen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern offiziell vorzustellen. Der hebammengeleitete Kreißsaal ergänzt unser bestehendes Angebot der ärztlich geleiteten Geburt und bietet werdenden Eltern damit eine weitere Möglichkeit, die Geburt ihres Kindes nach ihren individuellen Vorstellungen zu gestalten.“
Nach dem Förderaufruf im Jahr 2023 hat das Land die Einrichtung von sechs hebammengeleiteten Kreißsälen unterstützt. Inzwischen wurden entsprechende Angebote an folgenden Standorten etabliert:
- Klinikum Worms
- Mutterhaus der Borromäerinnen Trier
- Diakonie Kliniken Bad Kreuznach
- Diakonie Kliniken Hunsrück Simmern
- Westpfalz-Klinikum Kirchheimbolanden
- Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern (neu!)
„Wir sind von dem Konzept der hebammengeleiteten Kreißsäle überzeugt und wollen deren Ausbau konsequent fortsetzen. So können rheinland-pfälzische Krankenhäuser mit einer Geburtshilfe aktuell einen Förderantrag für die Einrichtung eines hebammengeleiteten Kreißsaals beim Gesundheitsministerium stellen“, so Staatssekretärin Dr. Müller.
Hebammengeleitete Kreißsäle stärken das Profil eines geburtshilflichen Standortes und erhöhen damit auch die Attraktivität und Sichtbarkeit eines Krankenhauses. Dabei hat sich die Förderung durch das Land als wichtiger Impuls erwiesen. Die Einrichtung eines hebammengeleiteten Kreißsaals erfordert organisatorische, personelle und strukturelle Anpassungen in den Krankenhäusern. Gleichzeitig bieten diese Modelle die Chance, die Arbeitsbedingungen von Hebammen zu verbessern und ihre eigenständige Berufsausübung im klinischen Umfeld weiter zu stärken.
Darüber hinaus setzt das Land bei einer flächendeckenden geburtshilflichen Versorgung auf Hebammenzentralen. Sie geben werdenden Müttern und ihren Familien Sicherheit und Orientierung und ermöglichen gleichzeitig den Hebammen eine stärkere Fokussierung auf ihre eigentliche Tätigkeit, denn besonders relevant in der Arbeit der Zentralen ist die Vermittlung von Hebammenterminen zur Vor- und Nachsorge. Gerade in Regionen, in denen es herausfordernd ist, eine Betreuung durch eine Hebamme zu finden, leisten Hebammenzentralen einen sehr wertvollen Beitrag.
Derzeit gibt es in Rheinland-Pfalz fünf Hebammenzentralen:
- Vulkaneifel
- Trier-Saarburg
- Mainz-Bingen
- Altenkirchen/Kirchen gemeinsam mit Hachenburg
- Simmern
Geburtshilfe ist für das Land ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge – und dieser Verantwortung werden wir als Gesundheitsministerium auch künftig gerecht. Deshalb werden wir die Förderung der bereits etablierten Hebammenzentralen fortführen.